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WAS IST ERGOTHERAPIE?

Ergotherapeuten können Kindern und Jugendlichen geeignete Hilfsmittel an die Hand geben, die sie bei der Durchführung täglichen Aktivitäten unterstützen.

Ergotherapie für Kinder und Jugendliche wird auch Pädiatrie genannt. Diese hat zum Ziel Kindern und Jugendlichen dabei zu helfen, Anforderungen und Aufgaben im Alltag erfolgreich zu meistern, bei denen sie sonst Schwierigkeiten haben. Dabei können insbesondere Kinder und Jugendliche, die in ihrer Entwicklung eingeschränkt bzw. behindert sind, von einer ergotherapeutischen Therapie profitieren.

Das Ziel der Ergotherapie in der Pädiatrie ist es, Kinder und Jugendliche zu behandeln, die Beeinträchtigungen und Entwicklungsverzögerungen im motorischen und im kognitiven Bereich aufweisen. Das kann zum Beispiel sein, wenn sich das Kind auffällig oft von der Gruppe, wie anderen Kindern im Kindergarten oder Schule, distanziert. Durch diese Distanzierung nimmt das Kind dann meist die Position eines Außenseiters an. Aber auch besonders „hibbelige“ oder „laute“ Kinder können unter einer Erkrankung leiden, welche durch die Ergotherapie behandelt werden kann. Oft weist dieses „hibbelige“ oder „laute“ Verhalten auf Erkrankungen, wie zum Beispiel Konzentrationsstörungen und Aufmerksamkeitsdefizite hin. 

Die ergotherapeutische Behandlung findet primär bei uns in der Praxis statt. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, Hausbesuche oder Therapiesitzungen in Institutionen, wie Kindergarten, Mittagsbetreuung, Hort, oder Schule wahrzunehmen. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass Therapiestunden, die nicht direkt in unserer Praxis stattfinden, vorerst durch einen Arzt verordnet werden müssen.

Therapieziele Der ERGOTHERAPIE

Ziel der Ergotherapie für Kinder und Jugendliche ist es, ihnen Unabhängigkeit in der Ausübung ihrer täglichen Aktivitäten entsprechend ihrem Alter zu geben.

  • Identifizierung der Probleme des Kindes bei der Betätigung im Alltag, Kindergarten/Schule und Freizeit
  • Festlegung konkreter Behandlungsziele (je nach Alter) gemeinsam mit dem Kind, seiner Familie und anderen Bezugspersonen
  • Genaue Beobachtung und Förderung körperlicher und kognitiver Fähigkeiten des Kindes
  • Genaue Beobachtung der auf das Kind einwirkenden Umweltfaktoren, einschließlich der Interaktionen zwischen Kind und Eltern
  • Unterstützung von Handlungen und Handlungsmöglichkeiten des Kindes unter Berücksichtigung von alterstypischen und individuellen Entwicklungsfortschritten
  • Förderung von psychischer Stabilität und Selbstvertrauen
  • Förderung sozialer Kompetenzen
  • Unterstützung kognitiver Funktionen (z.B. Konzentration, Merkfähigkeit, Wahrnehmungsverarbeitung)
  • Unterstützung körperlicher Funktionen (Beweglichkeit und Geschicklichkeit)
  • Beratung und Begleitung der Eltern in Form von Gesprächen
  • Erarbeiten von Problemlösungen in Kooperation mit den jeweiligen betreuenden Stellen wie Kindergarten, Schule u.a.
  • Ziel der stets begleitenden Beratung ist es, den Eltern einerseits die Probleme ihres Kindes verständlich zu machen und sie andererseits für seine Stärken und Möglichkeiten zu sensibilisieren, damit sie auch aktiv ihre Kinder unterstützen können

FÜR WEN IST ERGOTHERAPIE

Generell ist Ergotherapie für alle Kinder und Jugendliche, die von der „Norm“ abweichen. 

Pädiatrie hilft bei Kindern und Jugendlichen, die in ihrer motorischen, kognitiven, psychischen, sozialen Entwicklung und der Wahrnehmungsverarbeitung gegenüber ihren Altersgenossen deutlich abweichen. Sei es beispielsweise, wenn Kinder auffällig schlechter Lesen als gleichaltrige Kinder oder wenn es motorische Probleme im Alltag gibt, wie das Zubinden der Schuhe. Auch bei auffälligen Schwierigkeiten in der Sinneswahrnehmung hilft die Ergotherapie. Hier einige Probleme, bei denen die Ergotherapie für Kinder und Jugendliche zum Einsatz kommen kann:

  • Bei einer Lernstörungen, z.B. beim Umgang mit Zahlen und Mengen oder dem Schreiben- und Lesenlernen
  • Aufmerksamkeits- und Konzentrationsdefiziten
  • Bei UEMF – umschriebene Entwicklungsstörungen der grob- und feinmotorischen Funktionen
  • Bei allgemeinen Entwicklungsauffälligkeiten, -verzögerungen
  • Bei AD(H)S – Aufmerksamkeitsstörungen mit und ohne Hyperaktivität
  • Bei SI-Störungen, also die Dysfunktionen der sensorischen Integration
  • Bei Autismus-Spektrum Störungen
  • Bei Syndromen
  • Bei Problemen in der Bewegungsentwicklung
  • Bei Einschränkungen in der Feinmotorik, wie Hand-/Fingerbeweglichkeit und -geschicklichkeit
  • Bei Schwierigkeiten in der Malentwicklung und/oder in der Graphomotorik, also der schreibmotorischen Entwicklung, wie dem Umgang mit dem Stift, Malen, Grundmuster der Schrift etc.
  • Bei Schwierigkeiten in der grobmotorischen Koordination und im Gleichgewicht Kinder mit Problemen im Hautempfinden, wie  der Unter- oder Überempfindlichkeit
  • Bei Einschränkungen in der visuellen Wahrnehmung, also der Sehwahrnehmung
  • Bei Problemen in der auditiven Wahrnehmung, also der Hörwahrnehmung
  • Bei Problemen in der Aufmerksamkeit und/oder Konzentration Kinder mit Schwierigkeiten in der kognitiven Entwicklung, wie geistige Funktionen, Denkentwicklung und auch Intelligenzentwicklung
  • Bei Leseschwierigkeiten
  • Bei Problemen im Schriftspracherwerb/ in der (Recht-) Schreibung
  • Bei Rechenschwierigkeiten

DAS ERSTE MAL ERGOTHERAPIE

Nach einem sorgfältigen Aufnahmegespräch werden Eltern und das Kind in die Planung ihrer Therapie einbezogen. Die persönliche Befindlichkeit des Kindes wird dabei immer berücksichtigt.

Viele Eltern fragen sich, wie die ergotherapeutische Behandlung ihres Kindes abläuft. Im Folgenden wird dies in einer kurzen Übersicht dargestellt.

1. Terminvereinbarung
Die Eltern vereinbaren einen Termin für ein Erstgespräch in der Praxis, bei dem sich Eltern, Kind und Therapeut kennenlernen.

2. Kennenlernen
Die erste Therapiestunde findet zusammen mit dem Kind und einem oder beiden Elternteilen statt. Hierbei lernt das Kind die Praxis in sicherer Umgebung kennen. Beim Erklären der einzelnen Räume können alle Therapiegeräte und Spiele einmal ausprobiert werden. Dadurch soll dem Kind das Gefühl der Sicherheit vermittelt werden, denn immerhin ist es wichtig, dass sich das Kind bei uns wohl fühlt.
 

3. Befunderhebung
Beim Erstgespräch geht es primär darum alle Informationen zu sammeln und die Behandlungsziele zu definieren. Da auch die Verordnung des Arztes besprochen wird, ist es wichtig, dass uns hier bereits das Rezept vorliegt.

4. Therapie
Während der ersten Therapiestunden steht die Diagnostik im Fokus, daher werden verschiedene Methoden der Behandlung getestet. Nah- und Fernziele werden dabei stetig überprüft und analysiert.
Da wir sehr viel Wert auf die Einbeziehung der Eltern legen, finden vor und/oder nach jeder Therapiestunde kurze Feedbackgespräche statt.

5. Abschluss
Wenn die festgelegten Therapieziele erreicht sind, gilt die Behandlung als erfolgreich abgeschlossen. In manchen Fällen empfiehlt es sich die Ergotherapie zu verlängern. Dann ist ein erneutes Rezept durch den behandelnden Arzt erforderlich. 

SO vielseitig ist DIE Ergotherapie

Kletterwand

Das therapeutische Klettern ist eine der innovativsten und vielschichtigsten Therapieformen in der Ergotherapie. Die  Hauptanwendungsgebiete liegen in der Bewegungs- und Gelenkfunktionsstörung. Dabei wird die Gesamtkoordination des Körpers geschult. Darüber hinaus gewinnen die Kinder und Jugendliche mehr Selbstvertrauen und  lernen sich besser zu konzentrieren. Die Kletterwand ist also ein Ganzkörpertraining, bei dem die Motorik, Koordination, Kreativität und das Selbstvertrauen gestärkt werden.

Handwerken und Basteln

Handwerken und Basteln sind zwei weitere tolle Instrumente der pädiatrischen Behandlung. Je nach Alter steht dabei der Umgang mit ganz unterschiedlichen Materialien und Werkzeugen im Vordergrund. Ziel ist es das grob- und feinmotorische Handeln, das kreative Planen und konzentrierte Konstruieren eines komplexen Werkstücks zu erreichen. Die Kinder und Jugendlichen lernen zudem ihre Frustrationstoleranz besser kennen und zu kontrollieren. Beim Handwerken und Basteln wird zudem das Lösen von Problemen und Improvisieren geschult.

Küche

Die Wirkung des „mitmachen“ in der Küche kann einen überaus wertvollen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen haben. Neben der Feinmotorik, der Augen-Hand-Koordination und der Hand-Hand-Koordination werden auch das Selbstbewusstsein, Mengenverständnis und die Entscheidungsfähigkeit geschult. So wird beispielsweise beim Zubereiten eines Teigs, die Handlungsplanung geschult – was brauche ich alles und was kommt zuerst in die Schüssel? Auch auf die Kraftdosierung hat die „Küche“ eine positive Wirkung – das Ei muss so aufgeschlagen werden, dass die Eierschale nicht in die Schüssel fällt…

Spielen

Auf spielerische Art und Weise setzen sich Kinder und Jugendliche bei der Ergotherapie mit ihren Problemen auseinander und lernen an diesen zu arbeiten. Die Spieltherapie regt durch den naturgegebene Spieltrieb die Heilung auf kreative Art und Weise an. Dadurch wird eine intensivere und positivere Selbstwahrnehmung gefördert.  Durch die Spieltherapie wird die Koordination, Objektpermanenz, Wahrnehmung, Vorstellungskraft, Entwicklung geistiger Pläne, Sozialkompetenz, Organisation, Problemlösung, Konfliktfähigkeit, Frustrationstoleranz und das Regelverständnis geschult.

Neurofeedback

Neurofeedback ist ein computergestütztes Gehirnwellentraining, bei dem es darum geht, eine verbesserte Hirnleistung zu erzielen. Diese Therapie kann besonders bei Kindern wahre Wunder bewirken. Die Neurofeedback Therapie kann beispielsweise dabei helfen die Konzentration, Aufmerksamkeit und Lernmotivation bei AD(H)S zu fördern. Auch ist sie eine hilfreiche Maßnahme bei der Impulskontrolle von Kindern und Jugendlichen mit Aggressivität, Wutanfällen und Zappeligkeit.